Kurz-Info: Alexander der Große – Ein Feldzug verbreitet griechische Kultur

Alexander der Große (356 – 323 v.Chr.) zählt sicherlich zu den bekanntesten Personen der Weltgeschichte und sein Alexanderzug gilt zu recht als einer der beeindruckendsten Feldzüge der Militärgeschichte.

Alexander der GrosseAls Sohn des makedonischen Königs Philipp II. und seiner Frau Olympias wird Alexander (obwohl makedonischer und kein griechischer Prinz) von Anfang an in griechischer Kultur erzogen. Schon früh in seiner Kindheit, beginnt Alexander sich mit dem homerschen Helden Achill zu identifizieren. Eine Identifikation, die seine griechischen Lehrer befördern. Mit 13 Jahren erhält Alexander einen neuen Prinzenerzieher: den griechischen Philosophen Aristoteles. Über den Einfluss, den Aristoteles auf Alexander ausübte oder auch nicht ausübte, gehen die Meinungen weit auseinander. Übermäßig lang währte die Zeit, in der Aristoteles den Prinzenerzieher gab, nicht. Bereits mit 16 wird Alexander mündig gesprochen, wodurch dann die Rolle eines Prinzenerziehers überflüssig wurde.

Schon mit 16 übernahm Alexander (während einer Abwesenheit seines Vaters) erstmals die Rolle eines Regenten von Makedonien. Mit 18 führte er während der Schlacht bei Chaironeia die Elitetruppen der makedonischen Reiterei an und war so entscheidend am Sieg über die Griechen beteiligt. Nach diesem Sieg der Makedonen werden die unterlegenen Griechen in den sogenannten Korinthischen Bund gezwungen. Alexanders Vater, Philipp II., nimmt nun den Titel des Hegemons (der Griechen) an. Auf seinen Wunsch hin „beauftragen“ die Griechen ihren Hegemon mit einem Feldzug gegen das persische Großreich. Offizieller Kriegsgrund: Es soll für die von den Persern (während der Perserkriege) angerichteten Zerstörungen Rache genommen werden. Dass dieser angebliche Kriegsgrund schon deutlich über 100 Jahre zurückliegt, stört Phillip II. nicht. Ihm geht es ja nur darum, als Hegemon irgendwie die Heeres-Folgschaft der Griechen für seinen Persien-Feldzug einfordern zu können.

Phillip II. kommt aber nicht mehr dazu, diesen Feldzug auch tatsächlich durchzuführen. 336 v.Chr. traf Philipp II. zwar die letzten Vorbereitungen für den Persienfeldzug und es wurde sogar schon ein militärisches Vorauskommando nach Kleinasien geschickt, aber dann wird Phillip II. ermordet. Ob Alexander und/oder seine Mutter Olympias in diesen Mord verwickelt waren oder nicht, lässt sich nicht klar entscheiden. Ein mögliches Motiv für die Ermordung von Phillip II. hätte es für die beiden allerdings gegeben: Durch Phillips Heirat einer weiteren Ehefrau (mehrere Ehefrauen waren damals im makedonischen Königshaus durchaus üblich) schien Alexanders Thronfolge (die bis dahin als selbstverständlich galt) in Gefahr zu geraten.

Nach der Ermordung von Phillip II. ruft das Heer Alexander zum neuen Herrscher aus. Alexander besteigt nun als 20jähriger den makedonischen Thron. Er übernimmt von seinem Vater den Titel des Hegemons der Griechen und tritt in seiner Nachfolge nun auch den bereits gut vorbereiteten Persienfeldzug an. Die Hoffnungen vieler Griechen, dass der Tod Phillips auch das Ende der makedonischen Herrschaft über Griechenland bringen könnte, erfüllen sich nicht. Der von Theben gegen die makedonische Herrschaft gewagte Aufstand wird von Alexander mit äußerster Härte niedergeschlagen.

334 v.Chr. setzt Alexander am Hellespont (Dardanellen) nach Asien über. Alexander besucht noch schnell die Grabstätte von Achill (bzw. jenen Hügel, den man in der Antike dafür hält) und beginnt dann mit der Eroberung des zum Perserreich gehörenden Kleinasien. Wo immer möglich tritt Alexander als Befreier vom persischen Joch auf. Das erspart ihm viele Schlachten. Häufig können Alexanders Truppen (in der Rolle umjubelter Befreier) persische Bastionen kampflos einnehmen. Dort, wo Alexander auf Widerstand stößt, triumphiert er. Und häufig lässt er die Besiegten dann anschließend seine gnadenlose Härte spüren.

333 v.Chr. kommt es bei Issos zur ersten direkten Konfrontation zwischen Alexander und dem persisischen Großkönig Dareios III.; beide Herrscher fungieren dabei als die Truppenführer großer Heere. Als Alexander an der Spitze seiner Reiterei einen Vorstoß mit Kurs auf den königlichen Streitwagen von Dareios III. nimmt, wartet Dareios nicht ab, ob Alexander tatsächlich der Durchbruch durch die Schlachtenlinien der Perser gelingt (oder ob Alexanders waghalsiges Manöver nicht vielleicht grandios scheitert), sondern flieht. Diese Flucht entmutigt die persischen Truppen. Der Sieg gehört Alexander. Die Flucht des Dareios gelingt zwar, aber die gut gefüllte persische Kriegskasse, sein großkönigliches Feldlager einschließlich des Trosses mit Mutter, Ehefrau und Kindern, wie auch der königliche Harem fallen nun Alexander in die Hände.

Die persische Kriegskasse löst endgültig alle Finanzierungsprobleme des Alexanderzugs. Die Verwandten des Dareios verbleiben als Geiseln bei Alexander, dürfen dabei aber weiterhin den gewohnt luxuriösen Lebenswandel pflegen. An der Mittelmeer-Küste entlang zieht Alexander nun in Richtung Ägypten. Ein eingehendes Friedensangebot des Dareios, der Alexander immerhin die Hälfte des Perserreichs anbietet, weist er derweil zurück.

Ende 332 v.Chr. hat Alexander nicht nur die levantinische Küste erobert, sondern auch kampflos Ägypten eingenommen. Alexander, der wieder einmal als der Befreier vom persischen Joch empfangen wurde, wird nun der neue ägyptische Pharao. Als neuer Pharao besucht er das in der Wüste gelegene Ammon Orakel und gründet im Nildelta das ägyptische Alexandria. Um beide Ereignisse ranken sich viele Geschichten und Legenden. Das Ammon Orakel beeindruckt Alexander, hier will er später begraben werden; Alexandria, das (entgegen seinem Wunsch) zu seiner Grabstätte wird, beeindruckt als Bildungszentrum und mit seiner Bibliothek später die halbe Welt.

331 v.Chr. verlässt Alexander mit seinen Truppen Ägypten wieder und nimmt nun Kurs auf das Kernland des persischen Großreichs. Im Juli wird der Euphrat überschritten, im September erreicht er den Tigris. Hier kommt es dann (im Oktober 331 v.Chr.) bei Gaugamela zur zweiten großen Schlacht zwischen Alexander und Dareios. Der Schlachtverlauf wirkt dabei fasst wie eine Dublette der Schlacht bei Issos. Als Alexander mit seiner Reiterei erneut zu einem waghalsigen Angriff in Richtung des persischen Großkönigs ansetzt, flieht dieser abermals, was wiederum die Schlacht zu Alexanders Gunsten entscheidet. Noch auf dem Schlachtfeld lässt sich Alexander von seinem Heer zum König von Asien ausrufen. Alexander kann nun in der Folgezeit - quasi der Reihe nach – die wichtigsten Metropolen des Perserreichs einnehmen. Viele davon, so auch Babylon, werden Alexander kampflos übergeben. Auch der Großteil des persischen Staatsschatzes fällt Alexander so in die Hände. Nach der Einnahme der letzten persischen Residenzstadt (Ekbatana) wird der Rachefeldzug der Griechen gegen die Perser offiziell für beendet erklärt. Die griechischen Truppen dürfen heimkehren. Viele der Griechen entscheiden sich aber dafür, als Söldner weiterhin unter Alexander und in seinem Heer zu dienen.

330 v.Chr.: Noch immer auf der Flucht vor Alexander, wird Dareios III. von seinem Gefolgsmann Bessos (dem Satrapen Baktriens) zuerst gefangen genommen und als Großkönig abgesetzt, später dann sogar ermordet. Alexander nutzt diese Gelegenheit, um sich als legitimen Nachfolger von Dareios III. darzustellen und lässt jetzt die Bestrafung des Königsmörders Bessos als neues Kriegsziel ausgeben. Zur zunehmenden Irritation seines makedonisch-griechischen Umfeldes übernimmt Alexander derweil immer mehr vom persischen Stil der Hofhaltung und versucht sogar auch seine makedonischen wie griechischen Gefolgsleute zur Übernahme der in Persien (gegenüber einem König) üblichen Unterwürfigkeits-Rituale (Proskynese) zu bewegen. Dies, sowie die immer umfangreicheren persischen Truppenteile die Alexander in sein Heer aufnimmt, sorgt für Spannungen zwischen Alexander und seinen makedonischen Generälen. Alexander, der keinen Widerspruch duldet, lässt vor dem Hintergrund solcher Spannungen einige seiner besten Generäle hinrichten bzw. hinterrücks ermorden. Auch tötet er schon mal alte Kampfgenossen in einem seiner Wutanfälle.

Die Verfolgung Bessos führt das Alexanderheer tief in das heutige Afghanistan. Alexander überwindet dabei mit seinem Heer auch den Hindukusch. Bald danach kann er Bessos gefangen nehmen und als Königsmörder hinrichten lassen. Damit ist aber die Sache noch nicht erledigt. Es kommt zu einer Art Guerilla-Krieg gegen das Alexanderheer. Die höchst verlustreichen Kämpfe dauern bis 327. Und hätte Alexander seine militärischen Maßnahmen nicht durch eine kluge Heiratspolitik ergänzt, so hätte er dieses Schlachtfeld auch als Verlierer verlassen können. Durch die geschickte Einheirat in den Adel der gegen ihn kämpfenden Stämme (Alexander nimmt die ob ihrer Schönheit viel gerühmte Roxanne zur Frau), gewinnt Alexander aber ein positives Ansehen bei vielen seiner bisherigen Feinde. Auf dieser Grundlage gelingt es Alexander dann ,„sein Afghanistan Abenteuer“ siegreich zu beenden.

327 v.Chr. bricht Alexander mit seinem Heer vom Hindukusch aus in Richtung Indien auf. Hier gab es ein paar Fürstentümer, die eine Zeit lang die Oberhoheit des persischen Großkönigs anerkannt hatten. Das reicht Alexander als Anlass, um einen Indienfeldzug zu starten. Bereits beim Anmarsch zum indischen Subkontinent gelingt Alexander eine weitere militärische Ruhmestat: Er nimmt die Felsenfestung Aornos ein. Gemäß der griechischen Mythologie, war selbst der Zeus-Sohn Herakles an dieser Festung gescheitert. Nach dieser Glanzleistung können Alexander auch die indischen Kriegselefanten nicht mehr schrecken. Und so tätigt er im Raum des heutigen Pakistan etliche Eroberungen.

326 v.Chr. wird die Eroberungslust Alexanders durch einen Truppenstreik gestoppt. Das von Krankheit und Monsun zermürbte Heer verlangt den Abbruch der Eroberungen und die Rückkehr nach Persien. Alexanders Versuche, das Heer umzustimmen, fruchten nicht. Das Heer setzt sich durch. Allerdings trägt der von Alexander gewählte Weg zurück nach Persien den Charakter einer Bestrafung. Er lässt den Hauptteil seiner Truppen durch die absolut menschenfeindliche Gedrosische Wüste marschieren. Die Majorität seiner Soldaten überlebt diesen Todesmarsch nicht.

Im Frühjahr 324 v.Chr. erreichen die Überlebenden die persische Metropole Susa. Damit ist nach 10 Jahren der Alexanderzug beendet. Bereits im Juni 323 stirbt Alexander. Über die Todesursache wird viel und heftig spekuliert. Infektionskrankheit, Gift, Alkohol-Exzesse sind dabei die drei am häufigsten genannten Todesursachen.

Alexander hinterlässt ein riesiges Reich, aber keinen Thronfolger. Das Reich wird deswegen unter Alexanders Generälen aufgeteilt. Über Anzahl wie die Grenzverläufe der Nachfolgestaaten wird allerdings nicht am Verhandlungstisch, sondern auf dem Schlachtfeld entschieden: Die sogenannten Diadochen-Kämpfe. Am Schluss entstehen hieraus drei neue Dynastien:

Die Ptolemaier mit Ägypten als Zentrum des Reichs;
Die Seleukiden mit Mesopotamien als Zentrum des Reichs;
Die Antigoniden mit Makedonien als Zentrum des Reichs.

Mit dem ptolemäischen wie seleukidischen Reich wurde das Verbreitungsgebiet griechischer Kultur dramatisch vergrößert.

Der Text Alexander-der-Große - Ein Feldzug verbreitet griechische Kultur (www.antike-griechische.de/Alexander-der-Grosse.pdf) schildert den Lebensweg Alexanders und insbesondere den Verlauf des Alexanderzugs. Auf 59 Seiten werden hierzu auch reichlich Karten angeboten. So kann sich der Leser gerade beim Alexanderzug gut über die jeweils aktuellen Schauplätze orientieren.

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